Ernährung bei Darmkrebs

 

Mit der Ernährung haben wir einen direkten Einfluss auf unsere Gesundheit. Vor allem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielen die individuellen Essgewohnheiten eine entscheidende Rolle. Doch auch auf Krebserkrankungen können sich bestimmte Lebensmittel auswirken. Dies gilt sowohl für das Erkrankungsrisiko als auch für den Krankheitsverlauf. Natürlich kann der Krebs allein mit der Ernährung nicht geheilt werden, dennoch können bestimmte Lebensmittel die Patienten beim Kampf gegen den Krebs unterstützen und das Wohlbefinden steigern. Im Weiteren werden wir berichten, welche Lebensmittel speziell bei Darmkrebs relevant sind.

 

Was zeichnet eine gesunde Ernährung aus?

Generell ist es immer ratsam, sich gesund zu ernähren. So können verschiedenen Krankheiten vorgebeugt und das Wohlbefinden gesteigert werden. Hierbei ist es wichtig, Abwechslung in den Speiseplan zu bringen. Zu Obst, Gemüse und Vollkorn sollte häufig gegriffen werden. Sparsamer sollte hingegen mit Fleisch und Alkohol umgegangen werden. Als Orientierung für eine gesunde Ernährung können die 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) herangezogen werden. In den Patientenleitlinien „Darmkrebs im frühen Stadium“ und „Darmkrebs im fortgeschrittenen Stadium“ wird Darmkrebs-Patienten empfohlen, sich nach diesen Regeln zu richten. Eine gesunde Ernährung ist nämlich auch im Hinblick auf ein gesundes Körpergewicht von großer Bedeutung. Und das wiederrum steht im direkten Zusammenhang mit Darmkrebs. Laut dem World Cancer Research Fund (WCRF) – eine globale Forschungseinrichtung, die die Zusammenhänge zwischen Lebensstil und Krebsrisiko analysiert – erhöht Übergewicht das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Es gibt bereits erste kleinere Studien, die andeuten, dass sich starkes Übergewicht auch bei bereits an Darmkrebs erkrankten Personen negativ auswirkt (Studie Sun von und Kollegen, 2017; Studie von Artaç und Kollegen, 2018). Demnach sollte auf ein gesundes Körpergewicht geachtet werden. Das bedeutet, dass auf sehr kalorienreiche Nahrungsmittel wie zuckergesüßte Getränke, Süßigkeiten oder Alkohol verzichtet werden sollte.

Für eine bewusstere und gesündere Ernährung könnte ein Ernährungstagebuch und eventuell das Zählen von Kalorien hilfreich sein. Mit diesen Methoden ist es leichter abzuschätzen, wie gesund man sich tatsächlich ernährt und ob man Gefahr läuft, im Laufe der Jahre überschüssige Pfunde anzusammeln.

 

Welche Lebensmittel wirken sich speziell auf Darmkrebs aus?

Eine gesunde Ernährung sollte somit in jedem Fall angestrebt werden, doch welche Lebensmittel haben einen direkten Einfluss auf die Darmkrebserkrankung? In den oben erwähnten Leitlinien wird keine konkrete Ernährung empfohlen, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Die Gründe dafür sind, dass noch nicht genügend gesicherte Daten vorliegen. Dennoch stehen einige Lebensmittel im Verdacht, sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken zu können. Dazu gehören Fisch, Nüsse, Vollkorn und Kaffee. Lebensmittel, die möglicherweise eine negative Wirkung auf den Krankheitsverlauf haben, sind hingegen zuckergesüßte Getränke und raffinierte Körner. Es könnte daher sinnvoll sein, raffinierte Körner durch Vollkorn zu ersetzen. Wie bereits erwähnt, gibt es hierfür derzeit nur Hinweise. Weitere Forschung ist nötig, um diese Annahmen zu bestätigen.

Anders als bei dem Einfluss auf den Krankheitsverlauf gibt es bezüglich des Einflusses bestimmter Lebensmittel auf das Erkrankungsrisiko deutlichere Hinweise. So stellte der WCRF fest, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass verarbeitetes Fleisch und Alkohol das Darmkrebs-Risiko erhöhen. Wahrscheinlich ist auch, dass sich rotes Fleisch ebenfalls negativ auf das Darmkrebs-Risiko auswirkt. Andersherum beeinflussen Vollkorn und andere ballaststoffreiche Lebensmittel, Milchprodukte und Calcium-Nahrungsergänzungsmittel das Darmkrebs-Risiko wahrscheinlich positiv. Weniger eindeutige Hinweise gibt es in dieser Hinsicht in Bezug auf Fisch, Vitamin D, Lebensmittel mit Vitamin C und Multivitaminpräparate. Es wird angenommen, dass Lebensmittel, die das Darmkrebs-Risiko senken, auch bei Patienten mit bereits bestehender Erkrankung nicht schaden und vermutlich sogar auch einen positiven Effekt auf den Krankheitsverlauf nehmen könnten.

 

Was ist bei bestimmten Beschwerden, die bei der Therapie auftreten können, zu beachten?

Eine Krebserkrankungen und deren Behandlung können mit einigen Beschwerden einhergehen, die sich auf die Ernährung der Pateinten auswirken können. So kommt es beispielsweise häufiger vor, dass Patienten während einer Chemo- oder Strahlentherapie unter Kau- und Schluckbeschwerden, unter ungewollten Gewichtsverlust, unter Appetitlosigkeit, unter Mundschleimhautentzündungen oder unter Mundtrockenheit leiden. Wenn diese Beschwerden auftreten, muss dies bei der Ernährung berücksichtigt werden. Tipps und Trick diesbezüglich sind in dem blauen Ratgeber der Deutschen Krebshilfe „Ernährung bei Krebs“ zu finden.

 

 

Zusammengefasst

 

Vermutlich positive Wirkung:

 

  • Allgemein: gesunde, abwechslungsreiche Ernährung (viel Obst, Gemüse und Vollkorn und (wenn überhaupt) wenig Fleisch und Alkohol)
  • Speziell: Fisch, Nüsse, Vollkorn, Kaffee, Milchprodukte

 

Vermutlich negative Wirkung:  

 

  • Allgemein: kalorienreiche Ernährung (z. B. zuckergesüßte Getränke, Süßigkeiten, Alkohol)
  • Speziell: zuckergesüßte Getränke, Alkohol, rotes Fleisch, verarbeitetes Fleisch